Finanzierungsmoeglichkeiten in der ambulanten Pflege Finanzierungsmoeglichkeiten in der ambulanten Pflege

Die Krankenkasse bezahlt die Kosten der ärztlich verordneten Behandlungspflege (nur medizinische Hilfeleistungen), nachdem sie diese genehmigt hat und rechnet die Kosten direkt mit dem Pflegedienst ab. Wenn durch die häusliche Pflege ein Krankenhausaufenthalt abgekürzt oder vermieden wird, zahlt die Kasse nach Antrag auch die Kosten für die Grund- und Behandlungspflege sowie hauswirtschaftliche Versorgung für bis zu drei Einsätze täglich für max. vier Wochen. 

Die Pflegekasse beteiligt sich an den Kosten für Pflege, hauswirtschaftliche Versorgung und pflegerische Betreuung im Rahmen der durch das Pflegestärkungsgesetz 2 (PSG) festgelegten Leistungsbeträge.

Einen Antrag auf Begutachtung und Höherstufung kann ein Versicherter nach wie vor jederzeit stellen. Zeitgleich mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff wurde zum 01.01.2017 ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt. Entscheidend für die Einstufung in die Pflegegrade ist nicht mehr der individuelle Bedarf, sondern die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und von Fähigkeiten. Diese werden im Zuge der Begutachtung in sechs Bereichen erhoben.

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Umgang mit Krankheit
  6. Gestaltung des Alltagslebens

So werden auch Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, z. B. demenziellen Erkrankungen, vom neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff erfasst. Hauswirtschaftlicher Hilfebedarf und außerhäusliche Aktivitäten werden in den Modulen berücksichtigt.

Das Pflegestärkungsgesetz II bringt neben dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und dem neuen Begutachtungsverfahren auch eine Erhöhung der bereits bis 31.12.2016 gewählten Sachleistungen mit sich. Folgende Übersicht veranschaulicht, wie sich der monatliche Betrag der Pflegesachleistungen mit Einführung der Pflegegrade verändert.

 

Pflegegrad

Pflegesachleistungsbetrag

1

Entlastungsleistung bis zu

€ 125,00

2

€ 689,00

3

€ 1.298,00

4

€ 1612,00

5

€ 1995,00

 

Zusätzlich zum Sach- oder Geldleistungsbetrag hat jeder Klient, dem mindestens Pflegegrad 2 zuerkannt wurde, Anspruch auf Entlastungsleistungen in Höhe von 125 Euro monatlich. Für diese Leistung gilt das Kostenerstattungsverfahren, die Leistung kann also nicht als reine Geldleistung in Anspruch genommen werden. Dieser Betrag für die Entlastungsleistungen in Höhe von 125 Euro monatlich kann auch angespart werden, so dass der nicht verbrauchte Betrag auch später noch verbraucht werden kann. Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, wie hoch das Pflegegeld von den jeweiligen Pflegegraden ausfällt.

 

Pflegegrad

Pflegegeld

1

€ 0,00

2

€ 316,00

3

€ 545,00

4

€ 728,00

5

€ 901,00

 

 

Neue Begrifflichkeiten im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes II

§ 4 Absatz 1 SGB XI:

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind Dienst-, Sach- und Geldleistungen. Diese stehen für den Bedarf an körperbezogenen Pflegemaßnahmen, pflegerischen Betreuungsmaßnah-men sowie Hilfen bei der Haushaltsführung und Kostenerstattungen. Je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit und ob häusliche, teilstationäre oder vollstationäre Pflege benötigt wird berechnet sich die Art und der Umfang der Leistungen.

 

Zwecks Beratung kontaktieren Sie bitte:

- Frau Andrea Clasen (0451 – 203482122)

- Herrn Shpetim Salihu (0451 – 88048662)

- Frau Claudia Reppmann (0451 – 88048661)

 

WICHTIG: Anträge bei der Pflegekasse und dem Sozialamt ohne Verzögerung stellen (lassen), damit keine Ansprüche verloren gehen! Bei der Antragstellung sind Ihnen neben den Sachbearbeitern bei Pflegekasse oder Sozialamt auch gerne die MitarbeiterInnen des Leitungsteams der KBS GMBH unterstützend und/oder vermittelnd zur Verfügung.