Pflege und Betreuung Pflege und Betreuung

von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Um qualitätssichernd und zielgerecht arbeiten zu können, werden die Pflegebedürftigen auf der Grundlage der Anamnese, der Biografieerhebung und der Pflegeplanung betreut.

Mögliche Inhalte der Betreuung könnten sein:

  • Beaufsichtigung insbesondere zur Entlastung von pflegenden Angehörigen bei Störungen des Tag-/ Nachtrhytmus, bei der Gefahr des unkontrollierten Verlassens des Wohnbereiches und/oder das Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen.
  • Angemessene Tages- und Wochenstruktur mit Beschäftigungsangeboten, die sich an den Fähigkeiten, Interessen und Ressourcen orientieren. Aspekte dazu sind:
    - Kein Leistungsdruck
    - Individuelle Beschäftigung zulassen (nicht das Ergebnis zählt, sondern die Beschäftigung als solche)
    - Nicht Über- oder Unterforderung
    - Nur Tätigkeiten anbieten, mit denen sich der Betroffene identifizieren kann

Individuelle Beschäftigungsangebote können sein: – Hilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten: Wäsche zusammenlegen, Blumen gießen und pflegen, nähen etc. z.B. für Menschen, die früher ihren Haushalt sehr gern gepflegt haben – Einzelgespräche, z.B. über Erinnerungen an Erlebtes, über Begegnungen etc. – Vorlesen, z.B. aus alten Briefen, Tagebuchaufzeichnungen etc, aber auch aktuelle Berichte als Anknüpfung an das alte Leben – Bewegungsübungen, vor allem im Hinblick auf alltägliche Wege, die ggf. schon schwerfallen oder eingebunden in Bewegungen, die den Menschen bekannt und mit positiven Reizen verbunden sind, z.B. Kaffee mahlen, Fahrrad fahren, leichte Gartenarbeit. Schwerpunkt sollte hier immer die Sinnhaftigkeit des Tuns sein. Bewegung im Sinne von: Was hat diesen Menschen immer bewegt/ angetrieben. – Biografiearbeit, vor allem emotionale Biografie – Spaziergänge, gerne zu für den Klienten bedeutsamen Plätzen oder bestimmte reizvolle Umgebungen, wie z.B. ländlich für jemanden, der auf dem Dorf aufgewachsen ist, dort dann Wiedererkennen von Gegenständen/ Werkzeugen/ Atmosphären. – Wiederfinden alter Leidenschaften, z.B. Spiele, Elemente früherer Arbeit, Handarbeiten oder handwerkliche Arbeiten, dadurch Wiederherstellung der Ich-Wichtigkeit

  • Entspannende Aktivitäten zum Erhalt und zur Förderung der Motorik und der Gesellschaftsfähigkeit. Ruhe im Handeln wiederfinden. Zielrichtung ist Angstfreiheit. Frei von Beurteilung und Druck.
  • Gespräche führen. Kommunikation fördern mit dem Ziel der Reaktivierung, um eine gemeinsame Sprache zu finden. Geschichten erzählen lassen.
  • Training von Alltagskompetenzen und tagesstrukturierenden Maßnahmen. Dies ist bei jedem Klienten individuell zu beobachten und ggf. neu festzulegen. Blickpunkt sollte stets der Klient sein und was ihm helfen wird, sich wieder als Mitglied der Gesellschaft zu erleben. Nicht das, was die Gesellschaft als Maßstab an ihn anlegt und weshalb er „ durchfällt“. Dazu gehört auch, dem Klienten Ängste zu nehmen und gemeinsam Maßstäbe für die individuelle Zufriedenheit zu finden. Ggf. ihm auch zu zeigen, daß er seine von der gesellschaftlichen Norm abweichenden Verhaltensweisen angstfrei belassen kann. Nur eine andere Haltung dazu einnimmt und sich somit nicht mehr Versagensängsten beugt.
  • Anregung und Unterstützung bei sozialen Kontakten. Kontakte zu alten Freunden knüpfen. Begleitung zu Terminen oder öffentlichen Veranstaltungen. Herausfinden der dort mindestens herrschenden Verhaltensregeln, die der Klient akzeptieren kann, um ihn keinen Anfeindungen auszusetzen und langfristig weitestgehend selbständige Besuche zu ermöglichen.